Ethische Reflexionsfähigkeit entwickeln

Thema:
Pflege soll nach dem allgemein anerkannten Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse auf Grundlage einer professionellen Ethik erfolgen. Auszubildende sollen demnach befähigt werden, ihr Handeln an aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen auszurichten sowie sich für die Verwirklichung von Menschenrechten, Ethikkodizes und die Förderung der spezifischen Bedürfnisse und Gewohnheiten der zu pflegenden Menschen und ihrer Bezugspersonen einzusetzen. Insbesondere wird im PflBG von 2017, der PflAPrV von 2018 und im Rahmenlehrplan nach § 53 PflBG 2019 deshalb auch die Fähigkeit zur ethischen Reflexion hervorgehoben.
Zugleich sind die Auszubildenden in einer Pflegepraxis tätig, die durch knappe Ressourcen und ökonomische Zwänge gekennzeichnet ist. Sie müssen auch lernen, ihr Handeln an wirtschaftlichen Prinzipien auszurichten; sie müssen im Alltag „funktionieren“. Im Mittelpunkt des Seminares stehen dieses Spannungsfeld im Rahmen der Kompetenzvermittlung und die Möglichkeiten des Umgangs damit im Unterricht.
Die Anforderungen an Pflegepädagoginnen und Pflegepädagogen steigen dadurch zunehmend, sollen sie doch gleichzeitig vielfältige Kompetenzen in der Pflegeausbildung vermitteln: fachliche, personale, methodische, soziale, interkulturelle und kommunikative Kompetenzen, die Fähigkeit zum Wissenstransfer, zur Selbstreflexion u.a.m..
Ziel des Seminares ist es, das Spannungsfeld und den Widerspruch in den Anforderungen an Pflegende und Pflegelehrende aufzudecken, die Bedeutung für die Lehre zu analysieren und vor diesem Hintergrund die Möglichkeiten der (u.a. ethischen) Kompetenzvermittlung zu erarbeiten und zu reflektieren.

Inhalte:
> Anforderungen an berufliche Pflege innerhalb der ökonomischen Zwänge des Pflegealltags (pflegewissenschaftliche Begründungen, professionelle Ethik, Lebensweltbezug und Selbstbestimmung der zu Pflegenden, wirtschaftliches Handeln)
> Bildungsziele gemäß den Rahmenlehrplänen nach § 53 PflBG
> Herausforderungen an Pflegelehrende : Kompetenzvermittlung im Spannungsfeld von Anspruch und Wirklichkeit
> Möglichkeiten der Bearbeitung und Reflexion

Methoden: Vortrag, strukturierter Erfahrungsaustausch, Kleingruppenarbeit, Diskussion

Referentin:
Dr. phil. Karin Kersting
Krankenschwester, Lehrerin für Pflege, Dipl.-Pädagogin und Professorin für Pflegewissenschaft/Pflegeforschung im Fachbereich Sozial- und Gesundheitswesen an der Hochschule Ludwigshafen am Rhein. Sie leitet dort den Studiengang Pflegepädagogik und forscht seit über 20 Jahren zum Thema Anspruch und Wirklichkeit in der Pflege / Coolout in der Pflege

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