Tagung zum Thema Patientenedukation bringt Pflegewissenschaftler an die Gesundheitsakademie Bodensee-Oberschwaben

vom 10.12.2014

Prof. Zegelin gab eine Rundumschau, die die zentrale Bedeutung der Patientenedukation im Sinne einer Förderung des Selbstmanagements des Patienten herausstellte. Die Entwicklung der Interaktion in der Pflege, der Aufbau einer pflegeorientierten Patienten- und Familienedukation müsse weiter vorangebracht werden.

Neben Patient Care, spiele aber auch die Self Care und Team Care eine große Rolle, wie Andreas Kocks betonte. Sich selbst gesund zu führen, sich im Team kollegial zu beraten,  seien Stützpfeiler für eine gute Patientenbetreuung.

Günter G. Bamberger plädierte dafür, die sowieso vorhandene Nähe zum Patienten zu nutzen, um Gespräche zu führen. Eine grundlegende Haltung, die sich auf den Patienten einlässt, sei hier erforderlich. Dann könne die Pflege viele Momente der Begegnung im Sinne der Stärkung des Selbstmanagements des Patienten gestalten. Es gehe um Einstellungen und Haltungen, um die Frage: „Will ich das überhaupt? Will ich mich auf ein Gespräch, auf eine solche emotionale Nähe mit dem Patienten wirklich einlassen?“

 

Prof. Christa Büker aus München  geht es um eine Fokussierung auf die Patientensicht, hierzu sei aber unter anderem eine Veränderung des Selbstbildes der Pflege und der Positionierung im Gesundheitswesen notwendig.

Das Tagungs-Programm wurde durch die Berichte aus der Praxis bereichert.

Aus der Schweiz kam Christine Widmer, die am Beispiel einer informierten Entscheidungsfindung in der Onkologie eine kritische Bewertung vornahm, zu welchem Zeitpunkt der Patient mit Beratung, Informationen und Diagnosestellung derzeit konfrontiert ist und gleichzeitig weitreichende Entscheidungen treffen soll. Sie stellt eine Überforderungssituation für den Patienten in den Mittelpunkt, der durch eine zeitlich und inhaltlich anders gestaltete Beratung begegnet werden muss. Eine ethische Haltung, Kommunikation, Recht und Fachwissen müsse in der Beratung zusammenspielen. Wichtig sei, den veränderten Alltag des Patienten nicht zu bagatellisieren.

Dr. Nicola Haller demonstrierte innovative Methoden der Edukation von Diabetikern, Anja Dautel vom Patienten-Informationszentrum PIZ des Marienhospitals in Stuttgart berichtete von niederschwelliger Beratung, angegliedert an einem Krankenhaus.

Großes Interesse für dieses Thema bei den anwesenden Pflegepädagogen und Pflegeexperten zeigten auch die vielen Pausengespräche und Fragen an die Wissenschaft zur Umsetzung in Unterricht und Anleitung.

 

Tagung zum Thema Patientenedukation